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Afrikanische Barsche - Hinweise

Schon immer haben Buntbarsche Aquarianer fasziniert. Interessante Verhaltensweisen, wie ausgeprägte Brutpflege und das Verteidigen von Revieren, können im Aquarium gut beobachtet werden. Egal, ob Sie sich für afrikanische oder südamerikanische Arten entscheiden, Sie haben nur Freude an den Tieren, wenn Sie deren Bedürfnisse in der künstlichen Welt hinter Glas erfüllen.

Buntbarsche können sogar pinkfarben sein.
Buntbarsche können sogar pinkfarben sein.

Was Sie benötigen:

  • Ein großes Aquarium (nicht kleiner als 240 Liter)
  • Technische Ausrüstung (Heizung, Filter)
  • Wissen über die konkrete Art, die gehalten werden soll

Mit afrikanischen Barschen sind Buntbarsche gemeint, die auch als Cichliden bekannt sind. Diese Fischfamilie (Cichlidae) umfasst rund 1700 Arten. Sie verteilen sich auf Südamerika, Afrika und einige wenige auf Asien und weitere tropische Regionen. Die Artenvielfalt bei afrikanischen Barschen ist am größten.

Die großen afrikanischen Seen als Lebensraum

  • Drei große Seen in Afrika bilden den Lebensraum für mehrere hundert Buntbarscharten, der Malawisee, der Tanganjika- und der Victoriasee. Dabei leben viele Arten endemisch. Das bedeutet, dass sie nur in diesem begrenzten Lebensraum vorkommen.
  • Falls Sie auf die Bezeichnungen Mbuna beziehungsweise Utaka stoßen, sind damit afrikanische Buntbarsche aus dem Malawisee gemeint, wobei die Mbunas einen Lebensraum nahe von Felsen im flacheren Wasser am Ufer des Sees besiedeln. Ihr Name stammt von den afrikanischen Fischern vor Ort. Die Utakas, auch Nicht-Mbunas oder NoMbunas genannt, sind nicht an die Felsen gebunden. Etwa 30 Arten zählen zu den Utakas.
  • Im Aquarium empfiehlt es sich, die Arten in einem Biotop-Becken zu halten. Da die Wasserwerte der Seen verschieden sind, sollten Sie sich vor Anschaffung einer Art genau erkundigen, wo diese herkommt und welche Bedingungen sie braucht. 
  • Mbunas können sehr aggressiv sein. Sie beanspruchen ein eigenen Revier und verteidigen es. Die Tiere sind Aufwuchsfresser. Das bedeutet, sie grasen von den Felsen den Aufwuchs ab. Im Aquarium können Sie ihnen daher öfter eine Scheibe Gurke geben, die gerne angenommen wird.

Ein Aquarium für Buntbarsche

Wie groß sollte das Becken für Buntbarsche sein? Allgemein gilt, dass ein Zentimeter Fisch etwa einen Liter Wasser für sich benötigt. Da die Arten in der Größe zwischen wenigen Zentimetern bis zu 30 Zentimetern und mehr variieren, müssen Sie die Größe Ihres Aquariums entsprechend planen.

  • Ein Aquarium für afrikanische Buntbarsche sollte etwa 240 Liter fassen. Für Revierbildende Fische ist ein größeres Aquarium immer besser und notwendig. Bei manchen Arten empfehlen die Händler 300 Liter Becken oder noch größer. Wer die Tiere züchten möchte, sollte sich nicht für kleinere Varianten entscheiden. Allerdings hängt die Größe immer davon ab, welche der zahlreichen Arten gehalten werden soll und wie viele Tiere Sie kaufen.
  • Fast alle Buntbarsche sind Raubfische und lassen sich daher nur bedingt vergesellschaften. Auf jeden Fall dürfen nicht kleine Arten mit besonders großen kombiniert werden. Wie oben erwähnt, grasen Mbunas auch Algen von Felsen ab. So werden manche Pflanzen im Aquarium auch Opfer der Fische. 
  • Da afrikanische Barsche gerne im Boden wühlen, müssen Sie alle Pflanzen gut verankern. Ein sandiger Bodengrund ist geeignet. Dazu sind unbedingt Versteckmöglichkeiten notwendig. Steine und Höhlen machen die Einrichtung interessant. 
  • Im Gegensatz zu südamerikanischen Barschen, die leicht saures Wasser mögen, müssen Sie das Wasser für die afrikanischen Vertreter leicht basisch halten. Der Ph-Wert für das Biotop-Becken sollte zwischen 7 und 8,5 liegen, die Temperatur zwischen 24 und 27 Grad, der Nitratwert niedrig.
  • Da die Zahl der möglichen Arten sehr groß ist, lassen sich hier keine allgemeingültigen Hinweise geben, die für alle Barsche gleich gelten. Viele Arten sind besser für fortgeschrittene Aquarianer geeignet. Allein die notwendige Größe des Beckens macht dies deutlich.

Einige Arten afrikanischer Buntbarsche

  • Der Pfauen-Maulbrüter (Nimbochromis venustus) wird bis zu 25 Zentimeter groß, der Schmalbarsch (Pseudotropheus elongatus) erreicht etwa 13 Zentimeter und der Blaue Johanni (Melanochromis maingano) bleibt mit zehn Zentimetern noch etwas kleiner. Malawisee-Barsche sind Maulbrüter. Die Wildfänge sind oft farbenprächtiger als die Nachzuchten. Allerdings spielt es eine Rolle, ob Sie Ihre Barsche im Zoohandel kaufen oder direkt bei einem Züchter.
  • Der Azur-Cichlide (Copadichromis azureus) zeigt sich in wunderschönem Azurblau. In leuchtendem Gelb kommt dagegen der Hellgelbe Spitzkopfmaulbrüter daher. Die Fische werden als „Yelows“angeboten und sollen für Anfänger geeignet sein (Labidochromis caeruleus). Den Kaiserbuntbarsch (Aulonocara nyassae) können Sie in blauen und roten Tönen erwerben. Farblich ist also vieles möglich. 
  • Aus dem Tanganjikasee kommt der Fünfstreifen-Tanganjikaseebuntbarsch (Melanochromis maingano), der seine Eier in Höhlen ablegt. Brutpflege betreibt das Weibchen. Die schön gefärbten Barsche sind sehr lebhaft und werden am besten in einem großen Artbecken gehalten.

Da es nur möglich ist, hier eine winzige Auswahl an Arten zu erwähnen, kann jedem Interessenten nur geraten werden, nach afrikanischen Buntbarschen zu googeln oder sich ein entsprechendes Buch zu besorgen. In mehreren Foren können Sie Fragen stellen und einige Züchter haben eigene Webseiten. Da die Tiere teilweise spezielle Wünsche an den Halter stellen, steht die Informationssuche über die konkreten Arten unbedingt vor dem spontanen Kauf. Dazu sind afrikanische wie auch südamerikanische Buntbarsche nicht geeignet.

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