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Adverbialsätze richtig verwenden - so geht's

Adverbialsätze sind im Deutsch- bzw. Grammatikunterricht oft nicht sehr beliebt, weil es viele Informationen für den Schüler auf einmal sind. Mit ein wenig Übung blickt aber jeder schnell durch!

Lesen fördert den Umgang mit Adverbialsätzen!
Lesen fördert den Umgang mit Adverbialsätzen!

Was einen Adverbialsatz kennzeichnet

  • Ein Adverbialsatz ist ein Nebensatz, der eine adverbiale Bestimmung im Satz ersetzt.
  • So könnte man statt der Aussage "des schlechten Wetters wegen (= adverbiale Bestimmung)" einen Adverbialsatz "weil das Wetter schlecht war, ..." bilden.
  • Er ist außerdem ein Gliedsatz.
  • Weil ein solcher Satz meist durch eine Konjunktion eingeleitet wird, handelt es sich um Konjunktionalsätze.

Es gibt verschiedene Arten von Adverbialsätzen

Im Unterricht ist die Art des Satzes sehr wichtig, es gibt eine ganze Reihe unterschiedlicher Adverbialsätze:

  • Der Kausalsatz ist ein Begründungssatz. Er wird durch die Konjunktionen "da" oder "weil" eingeleitet und macht Aussagen über einen Grund bzw. eine Begründung. Er ist also Antwort auf die Fragewörter "wieso, warum, weshalb, aus welchem Grund?". Beispiele für den kausalen Nebensatz: "Sie ging die Straße hinunter, weil dort ihr Freund wartete; Er kaufte sich Tomaten und Salami, da er eine Pizza zubereiten wollte".
  • Über die Zeit macht der Temporalsatz Angaben. Er ist die Antwort auf die Fragen "Wann?, Seit wann?, Wie lange?". Konjunktionen dieser Art des Nebensinns sind "während", "als", "bevor", "bis", "sooft", "solange", "nachdem" und "seitdem". Ein Beispielsatz wäre: "Sie gingen aus der Kirche, nachdem der Gottesdienst beendet worden war."
  • Der Konsekutivsatz drückt eine Folge aus und beantwortet daher die Frage "Mit welcher Folge?". Einleitungen erfolgen durch die Konjunktionen "sodass", "so... dass", "ohne dass" oder "als dass". Ein Beispiel für einen Folgesatz wäre: "Du bist so krank, dass du ins Krankenhaus musst!"
  • Manchmal schwierig vom Konsekutivsatz abzugrenzen ist der Finalsatz, der eine Absicht oder einen Zweck ausdrückt. Er wird nämlich auch oft mit dem Wort "dass" eingeleitet, zusätzlich sind noch die Konjunktionen "damit", "um...zu" oder "auf dass" vorhanden. Der Beispielssatz "Ich faste, damit ich abnehme" beantwortet die Fragen "wozu?" oder "zu welcher Absicht?".
  • Der Modalsatz ist für die Art und Weise bzw. die Umstände einer Sache zuständig. Er beantwortet Fragen, wie "auf welche Art und Weise?" oder "wie?". Meist ist er an der Konjunktion "indem" erkennbar, seltener an den Wörtern "sogut" und "soweit". Ein Beispiel zur Verdeutlichung: "Ihr bezahlt bar, indem ihr das Geld aus eurem Geldbeutel auf die Ladentheke legt."
  • Wird eine Bedingung im Nebensatz ausgedrückt, so handelt es sich um einen Konditionalsatz, der auf die Frage "Unter welchen Umständen" eine Antwort liefert. Es kommen die Konjunktionen "wenn", "falls" und "sofern" zum Einsatz, wie beispielsweise im Satz "Ich gehe schwimmen, falls es nicht regnet" zu erkennen ist.
  • Ein Konzessivsatz ist dazu da, einen Gegengrund zu nennen. Das geschieht durch die Satzverbindungen "obwohl", "obgleich", "wenn auch", "obschon" oder "obzwar". Eine Frage, die nach dem Gegengrund oder einer Einräumung fragt ("trotz wem oder was?"), findet hier ihre Antwort. Folgendes Beispiel soll Ihnen den Sachverhalt verdeutlichen: "Das Schiff ging nicht unter, obgleich es ein Leck gegeben hatte".
  • Der Lokalsatz erläutert den Ort eines Geschehens näher. Mit den Verbindungen "wo", "wohin" und "woher" beantwortet er die gleichnamigen Fragen. "Ich wollte Musik machen, wo ich am glücklichsten war".
  • Soll eine Gegenüberstellung dargestellt werden, so ist ein Adversativsatz nötig. Er beantwortet die Fragen "im Gegensatz wozu?" oder "anstatt was?". Konjunktionen für die Art des Satzes sind "während" (aufpassen, nicht mit temporalem Sinn verwechseln!) oder "wohingegen". "Lydia legte ihr Geld in Aktien an, während Tom es im Kasino verspielte" ist kein Temporalsatz, sondern eine Gegenüberstellung.
  • Schließlich gibt es noch den Komparativsatz, bei dem dinge miteinander verglichen werden. Dafür finden die Konjunktionen "wie", "als" oder "je...desto" Verwendung. Der Beispielsatz "Lisa springt höher als Karin" beantwortet die Frage "wie?".

Wie Sie adverbiale Nebensätze erkennen können

  • Zum einen können Sie die Konjunktionen des Nebensatzes heraussuchen und sie dann dem jeweiligen Sinn zuordnen.
  • Weil aber oft eine Konjunktion unterschiedliche Dinge ausdrücken kann, wie es bei "als", "während" oder "dass" der Fall ist, sollten Sie versuchen, den Nebensinn aus dem Satz herauszulesen.
  • Vor allem mit Büchern und Zeitschriften können Sie beim Lesen das Erkennen von Adverbialsätzen üben: Markieren Sie sich die Konjunktionen und überlegen Sie sich den Nebensinn.
  • Der Name des Adverbialsatzes ist nun nur noch die lateinische Übersetzung des Sinnes.
  • Sie müssen mit Sicherheit ein wenig üben und Begriffe auswendig lernen, aber mit der Zeit werden Sie keinerlei Probleme mit Adverbialsätzen mehr haben!
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