- 25.01.2012 Edith Leisten
Erstmaßnahmen bei Adduktorenzerrung
Verletzungen der Oberschenkelmuskulatur gehören zu den häufigsten Sportverletzungen überhaupt, besonders häufig sind sie beim Fußball, bei denen bestimmte Bewegungsabläufe die Adduktoren über Ihre Belastungsgrenzen hinaus fordern können. Die Adduktorenzerrung entsteht häufig durch einen Ballschuss mit maximaler Muskelanspannung, der mit der Innenseite des Fußes ausgeführt wird, aber auch beim Pressschlag sowie beim schnellen Antritt.
- Sollte Sie eine Adduktorenzerrung beim Sport erwischt haben, beginnen Sie am besten sofort mit der Umsetzung der PECH-Regel, die jeder Sportler kennen sollte.
- Dazu gehören die sofortige Unterbrechung Ihrer sportlichen Aktivität und das möglichst frühzeitige Kühlen der verletzten Region. Dafür verwenden Sie am besten Eiswasser, das Sie sich aus Leitungswasser mit ein paar Eiswürfeln, die Sie hingeben, schnell herstellen können.
- Verwenden Sie möglichst keine Eiswürfel „pur“ oder Eissprays. Durch die intensive Kälte nimmt die Haut Schaden und es kann durch die Gegenregulation des Körpers zu einem vermehrten Bluteinstrom in die verletzte Region kommen.
- Natürlich können Sie auch ein Schmerzmittel nehmen. Empfehlenswert sind Präparate, die gleichzeitig auch eine abschwellende und entzündungshemmende Wirkung haben wie Diclofenac oder Ibuprofen. Beachten Sie die Nebenwirkungen und Kontraindikationen.
Beschwerden durch Muskelzerrungen können langwierig sein
- Bei einer Adduktorenzerrung müssen Sie damit rechnen, dass die Beschwerde- und Rehabilitationsphase mehrere Wochen, manchmal sogar Monate in Anspruch nehmen wird. Zeichnet sich ein langwieriger Verlauf ab, der Sie evtl. sogar in Ihren beruflichen Aktivitäten beeinträchtigen sollte, ist ein Arztbesuch empfehlenswert.
- Gute Ansprechpartner für Ihre Beschwerden sind Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Sportmedizin, die eventuell auch Ihr Hausarzt besitzt, oder aber Chirurgen und Orthopäden.
- Die Beschwerden lassen sich auch durch eine gezielte Physiotherapie und physikalische Maßnahmen lindern, dazu gehören in erster Linie die Elektrotherapie und die Ultraschallbehandlung.
- Auch das Tapen der verletzten Region kann Ihre Beschwerden lindern. Dabei werden ca. 5 cm breite, elastische Klebebänder im verletzten Bereich auf die Haut aufgebracht und verbleiben hier bis zu zwei Wochen. Neben der Stimulation von Hautrezeptoren sollen die Tapes auch die Blut-und Lymphzirkulation anregen, was zur Heilung und somit auch zur Schmerzlinderung beiträgt.
- Wer es lieber etwas naturheilkundlicher haben will, kann eine feuchte Kammer ausprobieren. Legen Sie hierzu ein feuchtes Tuch auf die schmerzhafte Stelle, dann ein trockenes Tuch darüber und umwickeln das Ganze mit Frischhaltefolie. Anschließend fixieren Sie die feuchte Kammer noch mit einer elastischen Binde und belassen Sie über Nacht.
- Versuchen Sie auch einmal Wärmeauflagen mit Bockshornklee. Vermischen Sie dazu 50 g zerstoßenen Kleesamen mit 30 g Hafermehl und kochen die Mischung mit je 100 ml Wasser und Essig auf. Lassen Sie den Brei auf 45 °C abkühlen, streichen in dann auf ein Leinentuch, das Sie an den Ecken einschlagen, und legen es 3 - 5x täglich auf die schmerzende Stelle. Hilfreich ist dabei eine Mikrowelle, mit der Sie das Leinentuch samt Breimischung vor der Anwendung wieder erwärmen können.
- Die Wiederaufnahme Ihrer sportlichen Aktivitäten sollte schmerzadaptiert erfolgen wird. Erst wenn Alltagstätigkeiten wieder schmerzfrei möglich sind, können Sie mit einem leichten Aufbautraining beginnen, das Sie dann schrittweise ausbauen.