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Abwürgen des Motors muss nicht sein - so lernen Sie richtiges Anfahren

Abwürgen des Motors muss nicht sein - so lernen Sie richtiges Anfahren1:09
Video von Marie Pertz1:09

Wer richtig Auto fahren will, muss eine mentale Verbindung zwischen dem Verstand, seinem linken Fuß, dem Getriebe und dem Motor herstellen. Andernfalls wird das Abwürgen des Motors zum ständigen Begleiter und Sie blockieren immer wieder den Verkehr.

Was Sie benötigen:

  • Etwas Gefühl

Wenn Sie an Ihre erste Fahrstunde denken, werden Sie sich auch daran erinnern, dass das Abwürgen des Motors für den Fahrlehrer zwar durchaus normal, für Sie selbst aber eine recht verzweifelte Anstrengung bedeutete. Als Fahranfänger hat man das Gefühl, man werde sich mit dem Getriebe und dem Motor wohl nie anfreunden. Dabei ist es eigentlich ganz einfach.

Abwürgen ist anfangs völlig normal

  1. Wenn Sie Fahranfänger sind oder Ihr Gefühl für die Kupplung trainieren möchten, setzen Sie sich doch erst einmal in ein vorhandenes Fahrzeug. Machen Sie erst Trockenübungen, bevor Sie in ein Fahrschulfahrzeug einsteigen oder sich wieder in den Verkehr wagen.
  2. Wenn Sie im Fahrschulauto sitzen, sind Sie zwangsläufig überfordert. Der Fahrlehrer erklärt Ihnen alle Bedienungselemente und will mit Ihnen oft viel zu zügig losfahren. Sie müssen also den Gang einlegen, schalten, kuppeln, Gas geben, lenken und den Verkehr beobachten. Das Abwürgen des Motors bleibt dann nicht aus
  3. Dabei müssten Sie eigentlich Ihre gesamte Aufmerksamkeit zunächst einmal der Kupplung widmen. Sitzen Sie also in einem Auto, ohne laufenden Motor,  spielen Sie erst einmal nur mit der Kupplung. Versuchen Sie ein Gefühl dafür zu bekommen, wie fest Sie mit dem Fuß auf das Kupplungspedal treten müssen. Erfühlen Sie den Widerstand des Pedals.
  4. Legen Sie den ersten Gang ein. Lassen Sie die Kupplung langsam kommen. Der Motor ist aus, es passiert also nichts. Beobachten Sie Ihren Fuß, wenn Sie das Pedal durchtreten und wieder kommen lassen.
  5. Sitzen Sie später im Fahrschulauto, legen Sie den ersten Gang ein und versuchen Sie mit dem Fahrzeug anzufahren. Bitten Sie den Fahrlehrer, vorab einige Anfahrübungen machen zu dürfen. Sie müssen das Wechselspiel zwischen Gas geben und kuppeln lernen, wenn Sie die Kupplung kommen lassen und wieder durchtreten und dabei Gas geben. 

Hören Sie das Wehklagen oder Lob des Motors

  1. Wichtig ist auch, dass Sie Gefühl für das Gaspedal bekommen. Um richtig zu kuppeln, müssen Sie die richtige Dosis Gas geben. Geben Sie zu viel Gas, heult der Motor auf, wenn Sie einkuppeln. Geben Sie zu wenig Gas, führt das zum Abwürgen des Motors. Gaspedal und Kupplungspedal sind wie in einer Wechselwirkung zu sehen.
  2. Geben Sie Gas, lassen Sie die Kupplung kommen. Sie dürfen nicht zu viel Gas geben. Je mehr die Kupplung kommt, umso mehr Gas benötigt das Fahrzeug, um den Kupplungswiderstand zu überwinden und loszufahren.
  3. Eine gute Übung hierzu ist, wenn Sie an einer leichten Anhöhe stehen und anfahren. Hier ist dieses Wechselspiel zwischen Gas und Kupplung besonders wichtig. Im Idealfall halten Sie das Fahrzeug mit Gas und Kupplung so, dass es nicht nach hinten rollt, aber auch nicht vorwärts fährt. Dazu dürfen sie die Kupplung nicht ganz kommen lassen und geben nur so viel Gas, dass das Getriebe praktisch blockiert.
  4. Achten Sie darauf, dass Sie Ihren linken Fuß nicht zu verkrampft einsetzen. Betrachten Sie das Ganze als eine natürliche Bewegung, die mit einer gewissen Geschmeidigkeit und Zielstrebigkeit auszuführen ist. Hören Sie in den Motor hinein, wenn Sie Gas geben. Bekommen Sie ein Gefühl dafür, wann der Motor mehr Gas braucht, um über die Kupplung das Auto nach vorne zu treiben und wann Sie zu viel Gas geben. Wenn Sie das Abwürgen des Motors nicht in den Griff bekommen, üben Sie möglichst oft mit dem Fahrlehrer in einer einsamen Straße oder einem Parkplatz.

Üben Sie mental und mechanisch das Autofahren

  • Üben Sie zu Hause das Wechselspiel zwischen Gas und Kupplung mental. Legen Sie sich hin, machen Sie die Augen zu und stellen Sie sich in Gedanken vor, wie Sie Auto fahren. Gehen Sie Schritt für Schritt vor. Ihr Ziel ist es, alle Bewegungen mehr oder weniger unbewusst ablaufen zu lassen. Ihr Unterbewusstsein steuert das Auto. Sie üben nur noch die Kontrolle aus.
  • Gut ist, wenn Sie auch eine Vorstellung haben, was mechanisch abläuft, wenn Sie kuppeln und Gas geben. Schauen Sie sich im Internet oder in einem Fachbuch ein Getriebe an. Erkennen Sie, wie Sie mit dem Gas den Motor zur Energieerzeugung auffordern, dieser das Getriebe antreibt, wie Sie mit der Kupplung die Zahnräder des Getriebes ineinander übergreifen lassen und die Kraft in die Räder übertragen wird.
  • Bedenken Sie, dass mit der Übung auch das Gefühl für die Kupplung wächst. Erwarten Sie nicht, dass Sie in der zweiten Fahrstunde schon Herr der Kupplung sind. Haben Sie Geduld mit sich selbst, üben Sie geduldig und beständig. Der Erfolg stellt sich von selbst ein.

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