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Absage auf eine interne Bewerbung - was tun?

Eine interne Bewerbung ist keine reine Formsache: Zu Ihren Vorteilen zählt zwar, dass Sie und Ihre Arbeitsweise dem Unternehmen schon bekannt sind, aber die Konkurrenz von Draußen schläft nicht und erhält ebenso ihre Bewerbungschance. Von daher müssen Sie immer mit der Möglichkeit rechnen, eine innerbetriebliche Absage zu erhalten. Wie Sie eine interne Bewerbung bestmöglich angehen und welche Konsequenzen eine evtl. Absage mit sich bringen kann, erfahren Sie in diesem Artikel.

Rechnen Sie bei Ihrer internen Bewerbung nicht mit der Diskretion von Vorgesetzen und Kollegen.
Rechnen Sie bei Ihrer internen Bewerbung nicht mit der Diskretion von Vorgesetzen und Kollegen.

So minimieren Sie das Risiko einer innerbetrieblichen Absage

  • Falls Sie eine interne Bewerbung vornehmen, legen Sie Ihre Karten so früh wie möglich auf den Tisch: Gerade Ihren derzeitigen Chef sollten Sie rechtzeitig über Ihre Bewerbung in Kenntnis setzen, um mögliche Missverständnisse zu vermeiden.  Auch wenn Sie in Ihrer internen Bewerbung um Diskretion bitten, sollten Sie nicht mit ebendieser rechnen. Diskretion in der eigenen Firma ist eine falsche Vorstellung: Es ist nahezu unvermeidlich, dass die Gerüchteküche Ihre internen Bewerbungsabsichten weiter trägt.
  • Ehrlichkeit Ihrem derzeitigen Vorgesetzten gegenüber ist die beste Methode Ihre interne Bewerbung anzugehen: Wenn Sie Glück haben, macht sich Ihr Chef für Sie stark oder gibt Ihnen den ein oder anderen Bewerbungstipp, um Ihre Chancen auf den angestrebten Posten zu erhöhen. Falls Sie dennoch eine Absage erhalten, ist das Vertrauen zwischen Ihnen und Ihrem Chef ungebrochen, da Sie mit offenen Karten gespielt haben.
  • Ihre interne Bewerbung sollten Sie von der Unternehmensgröße und -struktur Ihres Arbeitgebers abhängig machen: In einem großen Unternehmen, welches eine gesunde Personalförderungspolitik betreibt, stehen Ihre Chancen besser als in einem mittelgroßen oder gar kleinen Firmenbetrieb. Die geringsten Chancen auf eine interne Bewerbung besitzen Sie in einem kleinen Betrieb, in dem der Chef - auch ohne Bewerbung - entscheidet, wer auf den nächsthöheren Posten gehoben wird. Stimmt die Chemie zwischen Ihnen und Ihrem Chef nicht, helfen weder Ehrgeiz noch Leistung, um sich auf eine höhere Stufe hochzuarbeiten.
  • In einem mittelständigen Unternehmen laufen Sie bei einer internen Bewerbung Gefahr, dass Ihr derzeitiger Chef Ihnen Ihre Abwanderungsabsichten übel nimmt. Überlegen Sie sich bitte vor der Abgabe Ihrer internen Bewerbung, ob Sie bei einer möglichen Absage bereit sind, Ihre Firma  zu verlassen:  Denn falls die Stimmung nach einer Absage in Ihrer derzeitigen Abteilung dermaßen in den Keller rutscht, sollten Sie über alternative Arbeitsstellen verfügen.

Interne Bewerbung - Ablehnungsschreiben und mögliche Folgen

  • Die Folgen einer innerbetrieblichen Absage können vielfältig sein: Erfahren Ihre Kollegen von der internen Absage, müssen Sie damit rechnen, dass Ihr guter Ruf in Mitleidenschaft gezogen werden kann, und Sie Häme für Ihr  "Scheitern" kassieren. Es ist auch durchaus möglich, dass Ihr Kollegenkreis Ihnen vorwirft, Sie seien nicht gut genug für die nächsthöhere Karrierestufe, und sich über Sie lustig macht. Falls Ihr Chef, erst durch die interne Absage, von Ihrer Bewerbung erfährt, kann dies zu einem immensen Vertrauensverlust zwischen Ihnen und Ihrem Vorgesetzten führen, da Sie ihn übergangen haben. Außerdem könnten sich Ihre Kollegen und Ihr Chef fragen, welche Gründe hinter Ihrem Antrag auf Arbeitsplatzwechsel stecken und es u. U. persönlich nehmen. Dieser Umstand kann die Wiederaufnahme Ihres alten Jobs erheblich erschweren.
  • Das Selbstwertgefühl und Ego ist nach einer abgewiesenen Bewerbung meist stark gekränkt: Dennoch müssen Sie sich nach der Absage wieder mit Ihrem alten Job und Chef zusammenraufen; kein leichtes Unterfangen. Sicherlich ist es für Sie schwierig, mit der Absage und den damit gestorbenen Wünschen zu leben. Wenn Sie dennoch in Ihrem Unternehmen bleiben wollen, versuchen Sie neuen Ehrgeiz und neue Motivation auf dem alten Posten zu entwickeln. Dieser Versuch kann extrem kraftraubend sein; dennoch sollten Sie sich nicht hängen lassen, denn dies verbaut Ihnen jegliche Chance auf eine spätere Versetzungsmöglichkeit.
  • Eine interne Absage beschleunigt meist den Abgang des Angestellten: Durch die innerbetriebliche Bewerbung und die damit verbundenen Abwanderungsgedanken kann zum einen das Vertrauen zu Ihrem Vorgesetzten brechen und zum anderen der Zusammenhalt mit Ihren Kollegen und die Motivation auf Ihre alte Arbeit schwinden. Von daher sollten Sie in jedem Falle einen Plan B ausarbeiten,  in dem Sie zusätzlich externe Bewerbungen in Erwägung ziehen. 
  • Eine Absage in einer großen und dynamischen  Firma ist sicherlich nicht ganz so niederschmetternd als in einem kleineren Unternehmen. Denn in großen Firmen werden des Öfteren neue Stellen mit internen Mitarbeitern besetzt. Sind Sie dieses Mal nicht beachtet worden, ergibt sich sicherlich zu einem späteren Zeitpunkt eine weitere Bewerbungsmöglichkeit. Mit dieser guten Aussicht sollte es Ihnen gelingen, neue Energien freizusetzen, um auf die nächste Chance hinzuarbeiten. Durch erneuten Ehrgeiz und Eifer beweisen Sie den Entscheidungsträgern, dass Sie mit Niederlagen umgehen,  und sich immer wieder selber motivieren können.
  • Haben Sie eine Absage in einem kleinen Unternehmen, gar einem Familienbetrieb erhalten, sollten Sie überlegen, ob Sie sich nicht einen neuen Arbeitgeber suchen. Hat Ihr Kollege den begehrten Posten erhalten, ist dieser meist für die kommenden Jahre besetzt, und wird somit für Sie nicht frei werden. Gibt es in Ihrem bisherigen Unternehmen keine alternative Stelle für Sie, um aufzusteigen, sollten Sie über einen Arbeitsplatzwechsel intensiv nachdenken.
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