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Abnahme-Protokoll - das sollte festgehalten werden

Bis Sie in Ihr neu erbautes Haus oder in eine gekaufte Immobilie einziehen können, ist sicherlich auch bei Ihnen eine Menge an Papierkrieg - von der Baugenehmigung bis zur Bauabnahme - zu bewältigen. Sie sollten auf jeden Fall mit der ausführenden Firma ein Abnahme-Protokoll vereinbaren, worin die Arbeiten bzw. Leistungen des Bauunternehmers im Wesentlichen festgehalten werden und gleichzeitig Ihnen bei einem Rechtsstreit Sicherheit über mögliche Mängel bietet. Auch strittige Punkte wie Mängelbeseitigung sollten auf jeden Fall in diesem Schreiben festgehalten werden.

Das Abnahme-Protokoll dient bei Streitigkeiten als Vertragsgrundlage.
Das Abnahme-Protokoll dient bei Streitigkeiten als Vertragsgrundlage.

Was Sie benötigen:

  • Bauvertrag
  • Sachverständige
  • schriftliche Abmachungen
  • Leistungsbeschreibung
  • Vertragsverhandlungen
  • schriftliches Abnahmeprotokoll

Auf förmlicher Abnahme seitens der ausführenden Firma bestehen

Während der Bauphase kommt es öfter zu Bauverzögerungen und Unstimmigkeiten zwischen dem Bauherrn, dem Architekten und den ausführenden Firmen.

  • Damit aber vor dem eigentlichen Einzug alle Differenzen ausgeräumt werden und wesentliche Punkte schriftlich festgehalten werden können, bedarf es zunächst eines sogenannten Abnahmetermins.
  • Legen Sie als Bauherr mit dem Architekten als Planer und Bauleiter und dem Unternehmen, der die Gewerke ausgeführt hat und für die sachgemäße Ausführung verantwortlich ist, einen gemeinsamen Termin fest.
  • Besprechen Sie rechtzeitig mit dem Architekten bzw. Bauleiter Punkte, die Sie als besonders wichtig erachten. Eventuell sind auch Teilabnahmen möglich.
  • Grundsätzlich bedeutet es, Arbeiten des Unternehmers abzunehmen, dass Sie die Leistungen bzw. die Art der Ausführung, die Sie vor Ort vorfinden, auch im Wesentlichen als vertragsgemäß bzw. korrekt akzeptieren.
  • Sie sollten sich also mit dem Vertragswerk von BGB und VOB ein wenig beschäftigt haben oder sich die Bauleistungen nach der tatsächlichen Qualität von Ihrem zuständigen Bauleiter bzw. Architekten erklären lassen.
  • Als Bauherr sollten Sie zum Gesprächstermin alle Bauunterlagen bereithalten und bei zu erwartenden Streitigkeiten einen Sachverständigen hinzuziehen. Es ist dann für Sie einfacher, durch eine gemeinsame Prüfung und Beurteilung die vertragsgemäße und mängelfreie Ausführung sachlich zu beurteilen.

Protokoll nach Baustellenbesichtigung anfertigen

  • Sie sollten mit den Verantwortlichen der Baustelle zunächst eine Prüfung am Objekt vereinbaren.
  • Besonders kritische Punkte wie Bauabdichtungen, Grundwasserbeseitigung, Entwässerungskanalarbeiten, Fundamente und Bodenplatten sowie Wärmebrücken und Risse sollten besonders besprochen werden.
  • Auch die vorbereitenden Arbeiten im Sanitärbereich und für Bodenbeläge (Estrich, Sockel, Leitungsverbindungen, Heizung etc.) dürfen keine Mängel aufweisen, sodass die nachfolgenden Firmen auch sicher sein können, verantwortungsvoll die Innenausbauarbeiten abwickeln zu können.
  • Verlangen Sie auch die Protokollaufnahme der Gespräche und Meinungsverschiedenheiten sowie die Behandlungsvorschläge der Missstände.
  • Achten Sie als Bauherr unbedingt darauf, dass alle Beteiligten das Vertragswerk unterzeichnen und jede Partei nach Fertigstellung eine Ausfertigung des Schriftstücks erhält.
  • Berücksichtigen Sie auf jeden Fall, dass es zu keiner fiktiven Abnahme kommt, d. h., dass es zu keiner Abnahme ohne eine umfassende Prüfung in Ihrem neuen Haus oder Wohnung vor dem Einzug kommt.
  • In einem Abnahme-Protokoll soll nach Prüfung auf der Baustelle übereinstimmend festgestellt werden, dass bestimmte kleinere Mängel eventuell noch fristgerecht vom Verursacher behoben werden.
  • Auch eine Vertragsstrafe kann Gegenstand der Verhandlungen werden, wenn die Fertigstellung des Bauabschnittes nicht rechtzeitig erfolgt.
  • Alle Stellungnahmen zu diesen Themen sollten auf jeden Fall schriftlich festgehalten werden.
  • Mit einer Abnahme verlieren Sie Ihre Gewährleistungsrechte, allerdings sind davon die Schäden und Mängel ausgenommen, die in einem Schriftstück auch so klar festgehalten wurden.
  • Grundsätzlich können Sie bei Vorlage eines Vertrages bei erheblichen Mängeln der Bauleistung wie z. B. Verstoß gegen anerkannte Regeln der Technik oder gravierende, gebrauchsbeeinträchtigende Fehler von Bauteilen eine Abnahme bis zur Beseitigung verweigern. Dies sollten Sie aber mit dem Architekten sowie den ausführenden Unternehmen in Details besprechen.

Wenn der Beton nicht genügend verdichtet ist, die verwendeten Ziegel den wärmetechnischen Anforderungen nicht entsprechen oder feuchtes Holz am Bau verwendet wurde: Bei all diesen Fragen rund um die Bauausführung gibt es immer wieder Ärger. Pfusch am Bau führt zu schlimmen Folgen bis zu gerichtlichen Auseinandersetzungen.

Dann ist es hilfreich, bekannte Mängel und Gegebenheiten bereits protokolliert zu haben.

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