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Abmahnung wegen Beleidigung - Hinweise

Wer sich gegenüber seinem Vorgesetzten respektlos verhält und sogar eine Beleidigung riskiert, der muss mit einer Abmahnung rechnen. Dabei muss es nicht einmal darauf ankommen, ob es sich auch im strafrechtlichen Sinne um eine Beleidigung handelt.

Beleidigungen können arbeitsrechtliche Konsequenzen haben.
Beleidigungen können arbeitsrechtliche Konsequenzen haben.

Für eine verhaltensbedingte Kündigung ist die Abmahnung in aller Regel eine zwingende Voraussetzung. Nicht jedes Fehlverhalten wird gleich abgemahnt, doch respektlose und jede Wertschätzung vermissende Äußerungen gegenüber einem Vorgesetzten können durchaus eine solche Folge haben.

Keine Abmahnung wegen Beleidigung riskieren

  • In einer angespannten Situation können einem Mitarbeiter schon einmal die Nerven durchgehen - doch er sollte seine Zunge dabei im Zaum halten. Wer seinem Vorgesetzten beispielsweise ein "beschissenes Wochenende" wünscht, der kann dafür abgemahnt werden.
  • Nach einem Urteil des Landesarbeitsgerichtes Rheinland-Pfalz aus dem Jahre 2011 (3 Sa 159/11) kann eine solche Äußerung durchaus arbeitsrechtliche Konsequenzen haben. Wer seinen Kollegen bzw. Vorgesetzten in derartiger Weise geringschätzig behandelt, kann dafür abgemahnt werden. Hierbei soll es zudem nicht darauf ankommen, inwieweit sich die Äußerung auch im strafrechtlichen Sinne als Beleidigung werten lässt.
  • Zu beachten ist jedoch, dass eine Abmahnung hinreichend konkret sein muss. Der Arbeitnehmer muss schließlich wissen, für welches Verhalten genau er abgemahnt wird. Es reicht also nicht aus, einem Mitarbeiter beleidigende Äußerungen im Allgemeinen vorzuwerfen - der Zeitpunkt und die genauen Umstände des Vorfalls müssen angegeben werden. 

Gegen die Abmahnung vorgehen

  • Auch gegen eine Abmahnung kann sich der Arbeitnehmer wehren und zu erreichen versuchen, dass sie wieder aus der Personalakte entfernt wird. Allerdings wird er sich damit kaum bei seinem Vorgesetzten beliebt machen.
  • Duckmäusertum ist zwar nicht in jedem Fall angesagt, es kann jedoch taktisch klüger sein, sich zunächst nicht zu wehren und Ruhe zu bewahren. Gehen die Jahre ins Land, kann aufgrund der lange zurückliegenden, abgemahnten Beleidigung im Wiederholungsfalle nicht unbedingt direkt gekündigt werden.
  • Erfolgt hingegen eine zeitnahe Kündigung, muss die Berechtigung der Abmahnung ohnehin als Voraussetzung für die Kündigung überprüft werden. Der Arbeitgeber weiß dann jedoch nicht schon vor dem Kündigungsschutzprozess, welches Ergebnis er erwarten kann.

Beleidigungen sind keine Kavaliersdelikte. Für Arbeitnehmer können Sie unter Umständen gravierende Folgen haben.

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