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Ab wann unterhaltspflichtig? - Wissenswertes zur Berechnung des Trennungsunterhalts

Ständiger Streit, tiefgreifende Konflikte oder einfach ein Auseinanderleben der Partner - nicht jede Ehe oder Partnerschaft dauert bis zur Scheidung durch den Tod. Ab wann bzw. in welcher Höhe der eine Partner dem anderen gegenüber unterhaltspflichtig ist, lässt sich den Richtwerten aus der Düsseldorfer Tabelle entnehmen.

Auch eine Trennung kann einen Unterhaltsanspruch auslösen.
Auch eine Trennung kann einen Unterhaltsanspruch auslösen.

Unterhaltspflichtig wird grundsätzlich der leistungsfähigere der beiden Partner dem anderen Partner gegenüber - dies muss natürlich nicht immer der Ehemann der getrennt lebenden Ehefrau gegenüber sein, allerdings ist dies in den meisten Fällen (noch) so. Allerdings besteht eine Verpflichtung zur Unterhaltszahlung nur dann, wenn der Verpflichtete leistungsfähig genug ist.

Wann ein Ehepartner unterhaltspflichtig ist

  • Eine gegenseitige Unterhaltsverpflichtung besteht zwischen den Eheleuten sowohl während der Ehe also auch bei einer Trennung. Auf den Trennungsunterhalt kann zudem nicht im Wege eines Ehevertrages verzichtet werden.
  • Bei der Berechnung und der Frage, ab wann bzw. ab welcher Einkommenshöhe eine Unterhaltspflicht gegeben ist, kommt es u. a. auf den sogenannten Selbstbehalt an.
  • Wichtige Leitlinien für die Unterhaltssätze enthält die Düsseldorfer Tabelle. Der monatliche Eigenbedarf bzw. Selbstbehalt des Unterhaltsverpflichteten gegenüber dem getrennt lebenden Ehegatten beträgt hiernach 1.050 Euro (Stand: 2012).
  • Die Berechnung des konkreten Unterhaltsanspruchs unterscheidet dann danach, ob derjenige, an den Unterhalt zu zahlen ist, über ein eigenes Einkommen verfügt oder nicht.

Berechnung des Differenzbetrages der Einkommen

  • Ist beispielsweise die getrennt lebende Ehefrau ihrem Ehemann gegenüber unterhaltspflichtig, der selbst über kein Einkommen verfügt, muss sie ihm 3/7 ihres eigenen Einkommens abgeben - also nicht ganz die Hälfte. Diese Teilungsregelung soll für den Unterhaltsverpflichteten ein Anreiz sein, auch das nötige Einkommen zu erzielen.
  • Arbeitet auch der unterhaltsberechtigte Teil, dann wird der Unterhaltsanspruch aus 3/7 der Differenz beider Einkommen errechnet.
  • Auch hierbei soll demjenigen, der unterhaltsverpflichtet ist, also mehr als die Hälfte verbleiben.
  • Bei der Frage, wann und in welcher Höhe es zur Zahlung von Unterhalt kommt, ist auch die Anrechenbarkeit des Erwerbseinkommens sehr entscheidend. So können vom Einkommen unter Umständen Schulden abgezogen werden. 

Wenn das eigene Einkommen unter dem Existenzminium liegt, besteht auch keine Verpflichtung zur Zahlung von Trennungsunterhalt. Die Berechnung ist im Einzelfall vor allem davon abhängig, wie viele Unterhaltsberechtigte vorhanden sind und welche Beträge vom eigenen Einkommen abgezogen werden dürfen. 

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