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3D-Zimmer gezeichnet - so gelingt's

Sie möchten ein Zimmer möglichst wirklichkeitsgetreu auf ein Blatt Papier bringen. D. h. Sie müssen die 3D-Umwelt an ein zweidimensionales Blatt anpassen. Damit Ihnen das gelingt, müssen Sie einige Regeln beachten. Dann ist das gar nicht so schwer. Günstig ist, wenn Sie schon einfache geometrische Körper (Würfel o. ä.) in Linear- oder Zentralperspektive gezeichnet haben.

Aussichten darstellen
Aussichten darstellen © Gerd_Altmann_Shapes_Mauricio_Duque / Pixelio

Was Sie benötigen:

  • Zeichenpapier
  • Zeichenstift
  • Lineal

3D zeichnen

Um Ihrer Zeichnung einen 3D-Effekt zu verleihen, müssen Sie die Regeln der Perspektive beachten.

  • Dazu legen Sie bitte zuerst den Horizont bzw. die Augenhöhe auf Ihrem Zeichenblatt fest. Sie sollte für diese erste Übung ungefähr in der Mitte des Blattes liegen. Markieren Sie die Augenhöhe mit einem dünnen waagerechten Bleistiftstrich.
  • Auf diese eine Augenhöhe beziehen sich alle Objekte Ihrer Zeichnung. Das ist sehr wichtig. Wenn Sie auch nur einen Gegenstand oder Person mit einer anderen Augenhöhe gezeichnet haben, stimmt am Ende Ihr Bild nicht!
  • Als Nächstes legen Sie den Fluchtpunkt fest. Der Fluchtpunkt ist der Punkt, an dem sich alle Linien scheinbar treffen. Nehmen Sie als Beispiel einen Zaun, der sich von Ihnen entfernt. Die Pfähle und auch die Abstände zwischen ihnen werden scheinbar kleiner, je weiter sie von Ihnen entfernt sind. Am Horizont (der Augenhöhe) verschmilzt alles zu einem Punkt, dem Fluchtpunkt. Der Fluchtpunkt liegt immer auf der Augenhöhe.
  • Wenn Sie von der oberen Kante des ersten Pfahles zum Fluchtpunkt eine Linie (obere Fluchtlinie) und von der unteren Kante desselben Pfahles eine zweite Fluchtlinie zum Fluchtpunkt ziehen, können Sie ganz einfach die Höhe der folgenden Pfähle bestimmen. Sie werden zwischen die beiden Fluchtlinien gezeichnet.
  • Um den 3D-Effekt zu verstärken, zeichnen Sie noch die Schatten dazu und setzen Lichtpunkte. Legen Sie für alle Objekte eine einzige Lichtquelle fest und orientieren sich daran.
  • Bei gewölbten Flächen, Kugeln oder Zylindern passen Sie die Strichrichtung bitte an die Wölbung des Gegenstandes an.
  • Sie können sch zur Veranschaulichung einige Gegenstände wie Streichholzschachteln, Tennisbälle und eine Taschen- oder Schreibtischlampe nehmen und sie aus verschiedenen Augenhöhen, Entfernungen und unterschiedlichem Lichteinfall betrachten und zeichnen oder skizzieren.

So wird ein Zimmer gezeichnet

  1. Stellen Sie sich nun vor, Sie stehen in einem rechtwinkligen Zimmer mit dem Rücken an einer Wand. Sie sehen die gegenüberliegende Wand, die beiden Seitenwände und Teile der Decke und des Fußbodens. Genau das wird jetzt auf das Blatt gezeichnet.
  2. Zeichnen Sie die gegenüberliegende Wand Ihres Zimmers als Rechteck. Die Linie der Augenhöhe zeichnen Sie bitte so ein, dass sie das Rechteck im oberen Drittel schneidet. Das entspricht der Sichtweise eines Erwachsenen. Ungefähr in der Mitte des Rechtecks aber auf der Augenhöhe legen Sie den Fluchtpunkt fest. Darauf beziehen sich nun alle anderen Linien.
  3. Zeichnen Sie nun Fluchtlinien, vom Fluchtpunkt ausgehend, durch die vier Ecken Ihres Rechteckes. Zeichnen Sie nun die Umrisse Ihres Rechteckes und die Fluchtlinien von den Ecken des Rechteckes bis zum Blattrand dicker nach. Schon haben Sie das Zimmer in Rohform gezeichnet.
  4. Jetzt sind Fenster und Türen dran. In der hinteren Wand können Sie Fenster und Türen einfach als Rechtecke einzeichnen. Bei den Seitenwänden zeichnen Sie bitte erst die senkrechten Linien dünn vor. Zeichnen Sie dann jeweils eine Fluchtlinie von der vorderen oberen Ecke zum Fluchtpunkt.  Dort wo die Fluchtlinie die zweite senkrechte Linie schneidet, befindet sich die hintere obere Ecke. Für ein Fenster müssen Sie noch eine weitere Fluchtlinie von der vorderen unteren Ecke zeichnen, um die hintere untere Ecke zu ermitteln. Nun können Sie das Fenster oder die Tür dicker nachzeichnen.
  5. Das Zimmer in 3D ist nun eigentlich fertig gezeichnet. Es fehlt natürlich noch die Einrichtung. Vereinfachen Sie die Möbel zu geometrischen Grundformen. Ein Schrank oder ein Regal wird zuerst als Quader gezeichnet. Verzierungen u. ä. ergänzen Sie zum Schluss.
  6. Zeichnen Sie immer zuerst die vordere Fläche des Möbelstückes. Dann verbinden Sie die Ecken mit dem Fluchtpunkt, um alle weitern Flächen und Kanten zu ermitteln. Zeichnen Sie immer alles erst dünn vor. Erst wenn Sie alle Kanten und Flächen gefunden haben, ziehen Sie die Form etwas dicker nach. Nachdem noch alle Regalbretter, Schranktürengriffe usw. eingezeichnet sind, können Sie das Möbelstück fertig nachzeichnen.
  7. Wenn Sie Schattierungen einzeichnen wollen, benutzen Sie die Fenster als Lichtquelle. Wenn es nur ein Fenster gibt, ist es einfach, die Schatten einzuzeichnen. Bei zwei oder mehr Fenstern wird es etwas schwieriger. Hier müssen Sie den Schattenwurf durch das Licht jedes einzelnen Fensters beachten und zeichnen. Dabei können sich Schatten überlagern. Diese Flächen müssen Sie dunkler zeichnen als die einfachen Schatten.

Nun haben Sie das Zimmer in 3D fertig gezeichnet. Wenn Sie wollen, können Sie jetzt anfangen zu variieren. Ändern Sie doch mal die Augenhöhe. Betrachten Sie das Zimmer aus der Perspektive eines dreijährigen Kindes oder schweben Sie zur Decke! Auch den Fluchtpunkt können Sie ändern.

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