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16 Bars - so schreiben Sie gelungene Hip-Hop-Texte

Hip-Hop ist heutzutage eine globale Subkultur, die Jugendliche auf allen Erdteilen begeistert. Das Grandiose an ihren 4 Disziplinen (Rap, DJing, Breakdance, Graffiti) ist, dass sie jeder mit wenig Mitteln und Aufwand erlernen kann. Der erste Schritt beim Rappen sind die ersten selbst geschriebenen 16 Bars. Für einen gelungenen Hip-Hop-Text benötigt man neben Stift und Zettel bloß ein paar Beat-Instrumentals und vor allem eine Portion Spaß und Kreativität beim Umgang mit der Sprache.

Erster Schritt beim Rappen: 16 Bars.
Erster Schritt beim Rappen: 16 Bars.

Was Sie benötigen:

  • Stift
  • Zettel
  • Beats

Was bedeutet der Begriff 16 Bars?

Das Wort Bar kommt aus dem Englischen und bedeutet Takt. Hip-Hop-Songs sind meistens im 4/4-Takt produziert -  also 4 Schläge (Beats) pro Takt. In Hip-Hop-Texten werden mit Bars aber auch oft Textzeilen (engl.: Lines) gemeint.

  • Dabei wird häufig darüber gestritten, ob eine Bar nun eine Textzeile oder ein Paar von zwei sich normalerweise am Ende aufeinander reimenden Zeilen ist. Dementsprechend verstehen manche unter 16 Bars 16 gereimte Zeilen, andere 32.
  • Der Einfachheit halber legen wir im Folgenden diese Definition zugrunde: 1 Bar = 1 Textzeile, die der Länge eines Taktes entspricht. Schreiben Sie also ihre 16 Bars im Rhythmus des Takts. Das Ende eines Takts ist somit auch das Ende einer Zeile. Am Ende einer Zeile steht für gewöhnlich ein Wort oder eine Silbe, die sich auf das letzte Wort oder die letzte Silbe der folgenden Zeile reimt.
  • Der klassische Hip-Hop-Text besteht meist aus 2 oder 3 Rapstrophen (Parts) à 16 Zeilen, unterbrochen durch einen Refrain mit 8 Zeilen (Hook). Bei Hip-Hop-Songs, an denen mehrere Rapper beteiligt sind, rappt im Normalfall jeder MC nur eine Strophe mit16 Bars.
  • Diese klassischen Songstrukturen werden in der Praxis freilich nicht immer sklavisch umgesetzt und dürfen im kreativen Prozess selbstverständlich aufgebrochen werden. Schließlich geht es beim Schreiben von Hip-Hop-Texten um künstlerisches Schaffen.

Textzeilen schreiben - mit Beats gelingt's am besten

  • Mit einem Hip-Hop-Beat als Hintergrundmusik zu schreiben ist empfehlenswert. Denn so bekommen Sie ein Gefühl für den Rhythmus und dafür, an welcher Stelle Bars enden und beginnen sollen, wie viele Silben in eine Taktlänge passen, wo man Atempausen setzen kann etc., ein besseres Feeling für das Schreiben und einen besseren Flow.
  • Sie haben die Möglichkeit, Ihre ersten 16 Bars nicht nur zu schreiben, sondern im nächsten Schritt auch zu performen und so auszuprobieren, wie Ihr gerappter Text klingt.
  • Inspiration für Ihren Hip-Hop-Text, da die Musik eine gewisse Grundstimmung vermittelt und so vielleicht schon eine Themenrichtung vorgibt. Manche Beats eignen sich eher für das Geschichtenerzählen (Storrytelling), andere für Battle-Rap-Texte (lyrischer Kampf gegen einen imaginären Gegner) oder um die eigene Gefühlswelt zu beschreiben.
  • Kaufen Sie sich im Plattenladen Hip-Hop-Beat-CDs oder Rap-Maxis, auf denen sich Instrumentale ihrer Lieblings-Hip-Hop-Tracks befinden. Man kann auch auf den Myspace-Seiten von Hobby-Produzenten schauen, ob diese interessante Beats in ihrem Player haben.

    Kreative Techniken - so entstehen gelungene 16 Bars

    • Halten Sie nicht nur ganze Texte oder Parts, sondern auch grobe Textideen oder einzelne Zeilen, die Sie für gelungen halten, auf Papier, in einem Textbuch oder in einer Word-Datei fest. Wer unterwegs tolle Einfälle hat, kann sie einfach in sein Handy eintippen.  
    • Brainstorming: Suchen und listen Sie Reimpaare (z. B. Tisch, Fisch, frisch). Für den Fall, dass Ihnen mal kein passender Reim einfällt, können Sie auch hierauf später zurückgreifen.
    • Freestyle: Durch das improvisierte Rappen im „Freistil“ lernt man dauerhaft, sich dem Rhythmus des Beats anzupassen und trainiert das Gehirn, schneller passende Reime zu finden und einen eigenen Flow zu entwickeln.
    • Spielen Sie mit der Sprache! Bilden Sie mehrsilbige Reime, bauen Sie Binnenreime in Ihre Texte ein oder setzen den Reim mal an andere Stellen als an das Zeilenende. Verwenden Sie Pointen, Wortspiele, Metaphern und Vergleiche. Von dieser Sprachkreativität lebt ein guter Hip-Hop-Text. 

    Suchen Sie sich Vorbilder. Hören Sie mal genauer hin, wie erfolgreiche und angesehene amerikanische (z. B. Eminem, Nas, Jay-Z) oder deutsche MCs (z. B. Samy Deluxe, Curse oder Kool Savas) 16 Bars rappen. Von diesen können Sie viel darüber lernen und sich inspirieren lassen, wie man seine Ideen für einen Hip-Hop-Text handwerklich-technisch ansprechend umsetzt.

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