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11 Getreidesorten im Überblick

Getreide ist weit mehr als Weizen, Roggen und Gerste. Die Getreidesorten unterscheiden sich in Nährstoffgehalt, Verwendung und Ursprungsland.

Getreide kann viele Gesichter annehmen.
Getreide kann viele Gesichter annehmen.

Weizen - Lieblingsgetreide in Deutschland

In Deutschland ist Weizen die Getreidesorte Nummer eins. Aus Weizenmehl stellen Sie Brot, Kuchen und Gebäck her und verwenden ihn für Soßen und Nudeln aus Hartweizengries. Weizen ist nach der Gerste die zweitälteste Getreidesorte und stammt aus dem Vorderen Orient. Er hat von allen Getreidearten die besten Backeigenschaften. Weizenmehl geht auf und wird beim Backen locker und luftig. Daher verdrängte er im 11. Jahrhundert die beiden Urgetreide Einkorn und Emmer sowie die Gerste. Heute, im 21. Jahrhundert, wird hauptsächlich Weichweizen verwendet, eine jüngere Zuchtform des Weizens. Weizen ist reich an Kohlenhydraten. Vollkornweizen ist ballaststoffreich und enthält viel Kalium und Kalzium.

Dinkel - ein enger Verwandter von Weizen

Dinkel ist eng mit dem Weichweizen verwandt. In der Jungsteinzeit bauten ihn die Menschen in Nord- und Mitteleuropa an. In Bioläden und Reformhäusern finden Sie Brote aus Dinkelmehl. Dinkel hat schlechtere Backeigenschaften als Weizen, jedoch bessere als andere Getreidesorten. Er enthält Gluten, wird aber teilweise von Allergikern, die auf andere Bestandteile des Weizens als Gluten allergisch reagieren, besser vertragen. Dinkel enthält mehr Kalium, Magnesium und Eisen als Weichweizen. Das unreif geerntete Korn des Dinkels heißt Grünkern.

Gerste - eine alte Getreidesorte

Gerste, Einkorn und Emmer waren die ersten von Menschen angebauten Getreidesorten. Die Gerste stammt ursprünglich aus dem Vorderen Orient und wird seit der Jungsteinzeit in Mitteleuropa kultiviert. Sie ist widerstandsfähig und gedeiht fast überall. Gerste finden Sie als Gerstengrütze, Graupen oder Mehl sowie als Malzkaffee. Wintergerste ist eiweißreicher und wird als Tierfutter genutzt. Gerste enthält viel Kalium, Kalzium und Magnesium sowie Kieselsäure.

Ballaststoffe und Lysin im Roggen

Roggen wird in Europa seit dem zweiten Jahrtausend vor Christus und in Deutschland seit Mitte des ersten Jahrtausends vor Christus genutzt. Roggen findet heute auch als Tierfutter Verwendung. Er ist ein relativ anspruchsloses Getreide. Bei der Brotherstellung spielt es als Roggensauerteig eine wichtige Rolle. Roggen ist ballaststoffreich und ein guter Lieferant für Kalzium, Kalium und Folsäure. Außerdem ist er im Gegensatz zu anderen Getreidesorten reich an der Aminosäure Lysin.

Reis - Nahrungsgrundlage vieler Menschen

Reis hat seine Heimat in Asien, genauer in China, und ist Hauptnahrungsmittel für weite Teile der Menschheit. Noch heute werden 95 Prozent des Reises in China produziert. Reis ist glutenfrei und dient als Reiswaffeln und Reismehl zur Herstellung glutenfreier Produkte. Vollkornreis enthält viele Nährstoffe, während weißer Reis diese größtenteils bei der Verarbeitung verloren hat. Je klebriger weißer Reis ist, desto stärker beeinflusst er aufgrund seiner Kohlenhydratzusammensetzung den Blutzuckerspiegel. Für eine gesunde Ernährung wählen Sie Vollkornreis.

Hirse als basischer Eisenlieferant

Hirse ist ein weiteres glutenfreies Getreide. Hirse war im mittelalterlichen Europa ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Sie enthält viele Nährstoffe und hat einen besonders hohen Eisengehalt. Hirse versorgt Sie mit fast allen Mineralstoffen und Spurenelementen und enthält mehr Kalorien und Fett und weniger Ballaststoffe als andere Getreidesorten. Hirse stärkt den Organismus und hält lange satt.

Hafer als Perle der Getreidesorten

Hafer kennen Sie vor allem als Haferflocken im Müsli. Sie können Hafer zu Haferbrei kochen und ihn mit Obst und Trockenfrüchten genießen. Hafer ist energiereich und enthält mehr Eiweiß und Fett als andere Getreidesorten. Deswegen und aufgrund seines hohen Gehaltes an Eisen, Zink, Kalzium und Silizium stärkt Hafer den Körper und wirkt belebend.

Die Eiweißquelle Mais

Mais stammt ursprünglich aus Mexiko. Er breitete sich über Mittelamerika aus. Aus der Karibik brachte ihn Kolumbus im späten 15. Jahrhundert nach Europa. Mais enthält weniger Mineralstoffe und Spurenelemente als andere Getreidesorten. Mais ist eine gute pflanzliche Eiweißquelle, wenn Sie ihn zusammen mit Bohnen verzehren, wie die Ureinwohner Mittelamerikas es taten. Maismehl ist in glutenfreien Produkten enthalten. Lebensmittel aus Mais sind unter anderem Tortillas, Cornflakes und Popkorn. Der größte Teil des weltweit angebauten Maises wird an Nutztiere verfüttert.

Das Pseudogetreide Buchweizen

Buchweizen gehört streng genommen nicht zu den Getreidesorten, sondern zu den Knöterichgewächsen. Er ist ein Pseudogetreide, weil er wie Getreide verwendet wird. Er ist glutenfrei. Aus Buchweizen können Sie Brei und Grütze kochen. Das Mehl findet bei glutenfreien Produkten Verwendung. Buchweizen stammt aus Nepal und verbreitete sich in Europa, Asien und Ostafrika. Das Eiweiß des Buchweizens hat eine hohe Wertigkeit. Das Pseudogetreide ist fettarm und reich an Eisen, Kalzium und Magnesium sowie Vitamin E.

Die südamerikanische Quinoa

Die Quinoa kommt aus Südamerika. Sie ist ein Pseudogetreide und gehört zu den Fuchsschwanzgewächsen. Quinoa ist wie Reis, Hirse, Buchweizen und Amaranth glutenfrei und zum Basenfasten geeignet. Quinoa enthält ungenießbare Saponine, weshalb das Pseudogetreide geschält oder gewaschen wird. Sie können Quinoa wie Reis als Beilage und für Salate verwenden. Quinoa enthält viel Eiweiß, Kalium, Eisen und Magnesium.

Amaranth - Getreide der Inka, Maya und Azteken

Amaranth ist wie Quinoa ein Pseudogetreide aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse. Obwohl Amaranth als typisch südamerikanisch gilt, wächst er auf allen Kontinenten bis auf die Antarktis. Amaranth ist eine der ältesten Nutzpflanzen und taucht in Gräbern aus der Zeit um 7000 vor Christus auf. Azteken, Maya und Inka nutzen das Pseudogetreide neben Quinoa und Mais. Amaranth ist glutenfrei und reich an Eisen, Kalzium, Magnesium und Zink. Sie können Amaranth als Beilage oder als Salat verwenden. Gepoppt finden Sie ihn in Müslis oder gekocht als Frühstücksbrei.

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